Unser "Cuba-Libre"-Mitsegeltörn 
Silvester 2013/2014

Verfasst von: Daniela Maierhofer

Ein feuchtfröhlicher Auftakt 

Kuba einmal anders: Sieben fremde Menschen, unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft, auf engstem Raum eine Woche unterwegs in der Karibik. Das ist unsere  Cuba-Libre Segelreise vor der Küste Kuba´s. Am Tag der Anreise war das Treffen an der Marina in Cienfuegos eigentlich für alle Mitreisenden um 15:00 Uhr angesetzt. Den Bordeinkauf hatte ich in der Zwischenzeit mit meiner kubanischen Perle „July“ schon erledigt. 

Jetzt warteten wir nur noch auf starke Männer, die die geschätzten 100 Tüten auf das Boot verladen würden. Die Truppe, die aus Havana von einem mir bekannten Taxifahrer abgeholt wurde, lies es gleich mal richtig kubanisch angehen: Gemeinsamen gingen sie unterwegs noch gemütlich Essen und ein paar Cuba-Libres trinken bevor sie gegen 17:00 Uhr zu nicht´s mehr zu gebrauchen im Hafen eintrudelten. Gemeinsam haben wir es dann doch noch geschafft, die restlichen Lebensmittel aus dem Hafenladen abzuholen und alles an Bord zu schaffen.

Den ersten Abend ließen wir bei einem gemeinsamen Abendessen im Marina-Club ausklingen. Yuly gab meinen Gästen noch eine kleine Einführung in Salsa und Regeton bevor wir uns auf den Katamaran zurückzogen. Der ein oder andere hatte jedoch noch etwas Restenergie und so war an Bord noch Party bis 3 Uhr morgens. Was für ein Auftakt, das geht ja schon gut los!

Wir stechen in See

Am nächsten Morgen kommen zwei meiner Gäste nach dem Frühstück zu mir. Es fehlen noch eine Zahnbürste und ein paar Sandalen in Größe 47. Zahnbürste kein Problem, aber Sandalen in Größe 47 könnte in Kuba zu einer richtigen Lachnummer werden. Mit eineinhalb Stunden Verspätung - und ohne neue Sandalen - heißt es endlich „Leinen los“ und wir verlassen die Bucht von Cienfuegos. Unsere "Partymäuse" strotzen nicht mehr ganz so voller Energie: Sie liegen heute halbtot in der Koje. Das Meer meint es heute auch nicht besonders gut mit uns, es ist etwas unruhig - Strafe muss sein. Schön langsam gewöhnen sich alle an die Schaukelei und haben sich an Bord eingerichtet. Am späten Nachmittag erreichen wir Playa Ancon und ankern dort für die Nacht.

Silvester in Trinidad


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Wir machen uns auf in Richtung Trinidad. Am frühen Nachmittag dort angekommen macht sich der Großteil der Gruppe auf die Stadt zu besichtigen und für Proviantnachschub zu sorgen. Mit fast leeren Händen kommen sie zurück und sind völlig durchgeschwitzt und fassungslos, daß es in 3 Supermärkten nicht möglich war die wenigen Dinge, die auf dem Einkaufzettel standen zu bekommen. Endlich muß ich mich nicht mehr rechtfertigen, warum wir keine Limonen, Mangos etc. an Bord hatten. Ja meine Lieben, das ist Kuba wie es leibt und lebt. Hier muss man das nehmen, was der Markt gerade hergibt.

Und an Silvester sind die Supermärkte schnell leergekauft und dann gibt es halt kein Bier oder Wasser mehr. Aber keine Angst, Rum haben wir noch genug beschwichtige ich grinsend. Einigen wird schon Angst und Bange, dass die Nächtlichen Party´s doch etwas zu feucht fröhlich werden könnten, wenn wir nur noch Rum an Bord haben. Mir übrigens auch!

Jesus unser Kapitän hat uns in Trinidad ein schönes Restaurant reserviert. Nachdem wir uns alle etwas aufgepimpt hatten, ist ja an Bord gar nicht so einfach, machen wir uns auf den Weg in die City. Noch schnell ein Gruppenfoto im alten Jahr und los geht´s. Wir essen in einem wunderschönen Paladar zu abend. Ich denke allen hat es dort sehr gut gefallen. Anschließend laufen wir zum Platz , wo sich die halbe Stadt trifft um bei heißen Rhythmen einer Salsaband das Neue Jahr gebührend zu begrüßen.

Um 24:00 Uhr hat einer unserer Mitreisenden Geburtstag, da lasse ich es mir natürlich nicht nehmen die Band zu bitten, ein Geburtstagsständchen zu spielen. Dass ich dafür aber einen Gastauftritt in der Band mit diesen Rasseldingern, ich nenne sie immer Jacka-Jacka, hinlegen muss, war nicht Teil meines Plans. Aber gut, was tut man nicht alles um seine Kunden glücklich zu machen. Leider hat´s nur keiner aus der Crew mitbekommen.

Um Mitternacht fallen wir uns dann fast alle um den Hals und wünschen uns ein frohes Neues, bis auf die 2 Nachteulen von gestern, die sind verschwunden. Nach einer ausgiebigen Suchaktion finden wir die Besagten zusammengesunken auf einer Treppe sitzend, ihnen schmeckt heute der Cuba Libre irgendwie so gar nicht, meinten sie nur. Ja sowas, das ist aber schlecht, denn die Gruppe will jetzt noch in die Höhlendisco von Trinidad. Das darf man sich ja angeblich nicht entgehen lassen, wenn man schon mal hier ist. Und mitgehangen ist nun mal auch mitgefangen. Also Arschbacken zusammenkneifen und rauf auf den Berg. Über eine steinige Straße laufen wir ca. 15 Minuten bergauf, bis wir den Eingang der Höhle erreichen. Diese ist zwar wegen Überfüllung geschlossen, aber unser Jesus hat natürlich Beziehungen und so werden wir an der Traube von Menschen vorbei zum Eingang geschleust. In der Höhlendisko wird selbst unserer Ältester zum Technofan und gegen 3 Uhr machen wir uns auf den Rückweg zu unserem schwimmenden Zuhause.


Das Begrüßungskommando auf Cayo Coco

Nach der abenteuerlichen Silvesternacht lassen wir es am 5. Tag unserer Reise etwas bei einem späten Frühstück langsamer angehen. Anschließend machen wir uns auf den Weg zur Insel Cayo Coco. Unterwegs legen wir noch einen Stopp zum Schnorchel ein. und halten an einem kleinen Wrack, um es unter Wasser zu erkunden. 

Cayo Coco wird von einem Pärchen bewohnt, dass dort eine Art Robinson-Crusoe-Leben führt. Zusammen mit unzähligen Iguanas und Baumratten leben die beiden dort und bewirtschaften die Insel.

Fotoshooting ist angesagt und die Tiere stellen sich bereitwillig als Models zur Verfügung. Danach holt uns der nette Mann von der Insel ein paar Kokosnüsse vom Baum und zaubert mit etwas Rum schnell eine „Coco-Loco“ (verrückte Kokosnuss). Wir entschließen uns die Nacht hier zu verbringen. Ein Crewmitglied sammelt für uns zusammen mit dem Inselbewohner Holz für ein Lagerfeuer. Auf dem Streifzug über die Insel hatte einer unserer Gäste Bekanntschaft mit einheimischen Fischern gemacht. Sie hatten gerade vor der Insel frische Langusten gefangen und boten ihr diese zum Kauf an. Es wurde kurz verhandelt und zurück an Bord bereitet unser Kapitän uns ein Festmahl zu. Es ist ein kühler Abend, deshalb packen wir uns warm ein und nehmen alles, was man für einen gemütlichen Abend auf einer einsamen Insel am Lagerfeuer braucht, mit an Land. Die Sterne sind zum greifen nah. So lassen wir den Tag vor einem knisternden Lagerfeuer langsam ausklingen - dem ein oder anderen sind auch schon die Augen zugefallen.











Auf Cayo Blanco wird getanzt

Nach einer morgentlichen Dusche im karibischen Meer verlassen wir die Leguaninsel und steuern Cayo Blanco an. Wir waren vor 3 Tagen schon mal kurz hier und da es uns so gut gefallen hat, haben wir beschlossen hier nocheinmal zu Abend zu Essen, denn auf dieser Insel wird eigens für uns eine fantastische Paella zubereitet.

Den Abend lässt jeder auf seine eigene Art und Weise ausklingen:

Während die Einen den Abend bei einem gemütlichen  Lagerfeuer genießen, haben die Anderen noch das Bedürfnis ihren Testosteronspiegel noch weiter abzubauen und erobern die Bar mit Heavy-Metal und österreichischen Heimatklängen.
Jedem das seine - genauso wie es auf unserem Cuba-Libre Segeltörn sein soll.

Aus der Sonne in den Regen



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Schon langsam kommt Wehmut auf. Heute müssen wir das Paradies verlassen und uns auf den Rückweg nach Cienfuegos machen. Eine ziemlich lange Fahrt steht uns bevor und die meisten nutzen diese um sich ein geeignetes Plätzchen an Bord zu suchen und etwas Sonne zu tanken, ein Nickerchen zu machen oder zu lesen. Ruhe ist eingekehrt.

Unterwegs stoppen wir nochmal an einer malerischen Bucht um zu schnorcheln oder an den einsamen Strand zu schwimmen, bevor wir gegen 17:00 Uhr den Hafen von Cienfuegos anlaufen. Wir sind gerade mit dem Anlegemanöver fertig, da fängt es an zu regnen.
Es gießt wie aus Eimern. Wir sind alle froh, dass es erst jetzt anfängt und nicht während des Törns! Denn dann kann es auf der sehr begrenzten Innenfläche eines Katamran ziemlich ungemütlich werden. Die Handtücher und Sitzgelegenheiten sind völlig durchnässt. Deshalb beschließt der Großteil der Crew spontan die letzte Nacht in Cienfuegos in einer Casa Particular zu verbringen. Nur zwei einsame Matrosen bleiben an Bord zurück. Ein Anruf genügt und meine mittlerweile lieb gewonnen kubanischen Freunde vor Ort haben für uns in Windeseile 3 geeignete Unterkünfte organisiert. Am Abend war die Crew dann wieder vereint. In einem netten kleinen Restaurant haben wir noch einmal die vergangene Woche Revue passieren lassen.


Schwerer Abschied vom Katamaran


Am letzten Tag heißt es um 9:00 Uhr ein letztes Mal „alle Mann an Bord“.

Im Hafen angekommen kläre ich noch mit der Hafenbehörde die letzten Formalitäten, bezahle die Hafengebühren und den Diesel und teile die Bordkasse auf. Unser Kapitän darf sich über ein großzügiges Trinkgeld freuen. Er hat einen wirklich herausragenden Job gemacht.

Hier trennen sich unsere Wege: Einige ziehen auf eigene Faust weiter durchs Land, ein anderer macht im Anschluss einen Sprachkurs in Havana und zwei meiner Gäste gehen mit mir auf eine sehr individuelle Rundreise. Mehr dazu erzähl ich euch bald auf meinem Blog.